Dienstag, 9. Dezember 2008

Schlesisch für Anfänger

Da bin ich wieder! Diesmal mit viel Hunger mit bai. Aber zur Sache, es geht um schlesische Klösse aus gekochten Kartoffeln.

Die haben meine Grosseltern schon gemacht, die machen meine Eltern, also wollten wir uns nun auch endlich mal dran versuchen. Passen ja auch zum Sonntag mittag.

Ist ja auch eigentlich nicht schwer, diese Klösse herzustellen. Kartoffeln schälen und wie Salzkartoffeln kochen, dann mit einem Kartoffelstampfer oder einer -presse kleinmachen, abkühlen lassen bis man sie anfassen kann, kräftig (!) salzen und mit Mehl (nicht zu wenig, sonst fallen die Klösse auseinander, nicht zu viel, sonst bekommt man Gummiklösse) und einem Ei zu einem nicht klebenden Teig verarbeiten. Danach ausrollen in eine ca. 8cm dicke Wurscht, schräg jeweils 4cm breite Rauten abschneiden und in kochendem Salzwasser garziehen lassen (erkennt man daran, dass sich die Klösse an der Wasseroberfläche tummeln).

So die Theorie. Nun die Praxis, wie sie sich bei uns darstellte:

Kartoffeln wurden geschält, gekocht, gestampft und nach draussen zum abkühlen gestellt. Nun wohnen wir jedoch neben Schwiegereltern in einer Doppelhaushälfte, und unsere Terasse ist auch der Zugang zum schwiegerelterlichen Garten inkl. Stallungen für allerlei Kleintiere. So dachte sich dann auch Schwiegervatter, als er zum Stall gehen wollte, dass da ja noch Kartöffelkes für die Hühner stehen....

Naja, wir machten dann abends nochmal eine Ladung Kartoffeln und assen dann Gulasch mit Klössen (schlesisch) und Erbsen-Möhren-Gemüse (für alle norddeutschen Leser: Erbsen-Wurzel-Gemüse). Für mittags hatten wir noch leckere Hühnernudelsuppe. Aber nicht aus den Hühnern, die unsere Kartoffeln verspeisten. Die brauchen wir leider noch als Eiproduzenten.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Schnee

Gestern hat es geschneit. Ok, heute auch, aber gestern war es extrem. Ich wollte zur Arbeit. Naja, eigentlich musste ich hin, von wollen konnte keine Rede sein. Ich fegte also meinen Colt (Innenausstattung rot, Schaltknauf Penisleder) ab, und fuhr vorsichtig los. Unsere Nebenstraße war ja schliesslich noch nicht geräumt.

Es war recht gut voranzukommen, mit ca. 50km/h nicht schlecht bei der Witterung. Die Nordtangente in Richtung Kreishaus war lediglich einspurig geräumt, auf der nicht vom Schnee befreiten Seite überholte ein Idiot. Leider fuhr er nicht vor irgendeinen Betonpfeiler. Hat er Glück gehabt. Ich betitelte ihn heimlich als blöden Spacken.

Am Kreishaus angekommen, staute sich der Verkehr auf der Heedfelder Straße in Richtung Heedfeld, und zwar bis hierher (also bis zum Kreishaus). Ich wartete auf Besserung, und als diese nicht eintrat, kehrte ich mit meinem Fahrzeug um und fuhr wieder nach Hause.

Von dort rief ich im Büro an und sagte, ich wolle es später nochmals versuchen. Später jedoch informierte ich mich erst über unsere derzeitige Auftragslage. Da keine neuen Aufträge eingetroffen waren, und die anderen bereits bearbeitet waren, blieb ich dann auch entspannt zu Hause.

Und die Moral von der Geschicht? Sommerreifen im Schnee packen nicht und hindern das arbeitswillige Volk an der Ausübung ihrer Pflicht! Jetzt wisst ihrs.

Dienstag, 2. Dezember 2008

1. Advent oder: Was tun, wenn die Lampe aus ist?

Wir waren verabredet. Wir, das sind meine Eltern, mein Bruder mit Frau und Hund sowie meine Freundin und ich. Wir wollten ein paar schöne Stunden haben mit Kaffeetrinken (15:00 Uhr, ist in Deutschland so), Abendessen und zwischendurch ein paar alte Super-8-Filme schauen.

Also frisch ans Werk, die Reitersuppe fürs Abendessen war am Vortag durch mich erstellt worden, die Muffins (drei verschiedene Sorten) durch meine Freundin ganz frisch und dampfend, und ich brauchte nur noch die cineastische Ausrüstung aus dem oberen Stockwerk holen und aufbauen.

Leinwand war einfach, Fuss umdrehen, aufklappen, hinstellen. Leinwand (rolloähnlich) ausfahren und danach im korrekten Abstand zur Wand aufstellen. Ja, das ist wichtig, da man ja noch ans Fenster kommen muss. Dann den Tisch für den Projektor ausgeklappt, arretiert und hingestellt. Stromanschluss besorgt (Dreifachsteckdose) und den Projektor angeschlossen. Projektor auf den Tisch gestellt, Wahlschalter auf "AN", und siehe da: alles dunkel. 'Mist, Leuchtmittel defekt!' dämmerte es in mir. Tatsächlich!

Ich stellte den Leuchtmitteltyp fest, ein Halogenleuchtmittel mit 12V/100W. Sah aus wie ein normales Halogenleuchtmittel, welches in vielen handelsüblichen Halogenleuchtmittelhaltegeräten verbaut sind. Also ab in den Keller, feststellen, dass man nur noch 12V/35W da hat und sich fragen: 'Watt nu? Dies Leuchtmittel ist zu dunkelscheinig!'

Die Lösung war der verkaufsoffene Sonntag. Also um 13:00 Uhr ab zu Fernseh Berlet, dort den Fachberater "Foto" mit der Suche nach dem Leuchtmittel beauftragen und eine höfliche, aber verneinende Antwort erhalten. Das ist eine zu historische Sache, führen wir seit 20 Jahren nicht mehr. Aber er fragte, ob ich denn Foto Spelsberg kennte. Ich bejahte und beschloss, mein Glück dort zu versuchen.

Tatsächlich hatte dieses alteingesessene Lüdenscheider Fotofachspezialgeschäft offen! Omma Spelsberg meinte dann auch direkt, sie habe sowas die Tage noch im Regal liegen sehen. Und ihre Tochter (auch schon über 50 Lenze jung) fand das Leuchtmittel! Klein und unscheinbar, von Osram liebevoll in eine Umverpackung aus recyclingfähigen Karton verpackt, händigte sie mir das Leuchtmittel aus. Ich gab ihr (mehr oder weniger freiwillig) die 15,95€, die sie verlangte.

Zu allem Überfluss verriet mir Omma noch, wie man die Super-8-Filme haltbarer (=weich) hält, und zwar mit einem mit Kampfer getränkten Tuch in der Aufbewahrungsbox der Filme! Toll! Ein weiterer Tipp war, die Spannung am Projektor zu reduzieren, da gerade am Wochenende die Firmen wenig Strom nutzten und sich so im örtlichen Stromnetz mehr Ströme anhäufen (bis zu 240, sagte sie). Das wäre schädlich für diese Art von Leuchtmitteln. Soso.

Nachdem mir also soviel Gutes dort widerfuhr, fragte ich keck noch nach dem Preis für die Digitalisierung eines Super-8-Films. Und siehe da, auch darauf bekam ich eine fachgerechte Antwort: ca. 1,60€ pro Minute Film. Auf einer Spule sind immer so 20-25 Minuten drauf, und bei 12 Spulen die wir besitzen....

Ich bedankte mich und entschwand, baute daheim das neue Leuchtmittel in den 34 Jahre alten Projektor, und der Nachmittag wurde wunderschön und lustig. Zudem gabs ja auch noch lecker Essen und geistige Getränke mit bai, sodass wir uns dann am späten Abend glücklich und voller Freude voneinander verabschiedeten.

Den Projektor werde ich nun wieder gut einmotten, da die Leuchtmittel hierfür ja doch recht hochpreisig sind...